Der Mini Malteser

Man liest oft in einschlägigen Inseraten von Mini-Maltesern. Gleich vorweg – es gibt die Rasse Mini-Malteser nicht!

Es ist nicht so wie z.B. bei den Pudeln oder Dackeln, wo es mehrere Größen gibt.

Der reinrassige Malteser hat laut Standard zwischen zwei und vier Kilo schwer zu sein.

Wer einen extrem kleinen Malteser sucht – das sind Hunde mit deutlich weniger Gewicht als zwei Kilo – der fragt nach einem Malteser außerhalb des Rassestandards, welcher ja mit gutem Grund eine Gewichtsbeschränkung vorschreibt.

Die Bezeichnung Mini-Malteser wurde wahrscheinlich von Massenzüchtern erfunden, um ihre zu klein geratenen Hunde möglichst teuer verkaufen zu können. Aber diese zurückgebliebenen, meist unterernährten Hündchen sind keineswegs wertvoller als die rassegerechten Malteser! Sie sollten billiger abgegeben werden, denn sie haben körperliche und wesensmäßige Mängel.

Da werden sogenannte Teetassen-Hunde in Tassen sitzend abgebildet und sollen so den Eindruck besonderer Kostbarkeit erwecken.

Wie kommt es eigentlich zu extrem kleinen Maltesern?

* Da könnte man z.B. zwei sehr kleine Hunde miteinander verpaaren. Damit ist der Beginn für eine verzwergte, krankhafte Liliputanerzucht gelegt.

* Oder man leitet die Geburt zu früh ein – in dem Fall ist es wahrscheinlich, dass die Welpen zurückbleiben, falls sie das überlebt haben.

* Wenn man die Welpen hungern lässt und ihnen nur so viel Nahrung gibt, dass sie überleben – dann werden sie auch mit dem Wachstum aufhören!

* Oder, der Züchter lügt über das Alter der Welpen und gibt z.B. fünf Wochen alte Welpen für acht Wochen aus. In diesem Fall werden später normal große Malteser daraus. Doch was nach dem Kauf geschieht, interessiert so manchen Züchter nicht!

Alle Winzig-Malteser, die ich bisher gesehen habe, hatten erhebliche Defekte im Körperbau, einen gewölbten Rücken, lockere Gelenke etc. Sie sind anfälliger für Krankheiten als nornal große Malteser und werden eine Menge an Tierarztkosten verursachen.

Ihr kümmerlicher Wuchs beschränkt sich jedoch nicht nur auf ihr Äußeres, wie z.B. schlechtes Haarkleid, sondern auch auf alle ihre Organe. So treten bei ihnen Krankheiten wie Hydrocephalus (Wasserkopf), Hypoglykämie (Unterzucker, kann für Welpen tödlich sein), Trachealkollaps (Luftröhrenverengung), Herz- und Lungenkrankheiten häufiger auf. Sie sind sehr anfällig für Knochenbrüche und müssen besonders beaufsichtigt werden. Ganz zu schweigen davon, dass bei so kleinen Hündinnen mit erheblichen Schwierigkeiten bei der Geburt zu rechnen ist.

Auch jede Narkose ist ein größeres Risiko für sie. Die meisten von ihnen sind anfällig und krank, und haben eine geringere Lebenserwartung. Darüber hinaus haben sie charakterliche Mängel, sind oft unausgeglichen oder ängstlich, störrisch oder gar bissig.

Das andere Extrem sind die zu großen Malteser, von denen man viele auf unseren Straßen sieht. Ihr Aussehen, ihr ganzer Körperbau ist derb und entspricht nicht mehr dem feinen, eleganten Bild des standardgemäßen Maltesers.

Warum so große „Malteser“ gezüchtet werden, ist leicht erklärt: eine Hündin mit sieben bis acht Kilo wirft sechs bis acht Welpen. Da kann der Züchter daran verdienen! Denn bei den normal großen Hündinnen sind die Würfe viel kleiner. Die Auslagen des Züchters für den Wurf können mit so wenigen Welpen kaum gedeckt werden. Natürlich unter der Voraussetzung, dass es sich um einen verantwortungsvollen und vorausschauenden Züchter handelt, der keine Kosten scheut, um nur mit den besten Hunden zu züchten, und diese bei bester Gesundheit zu erhalten!